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“Ehrenamtliche leben länger” PDF Drucken E-Mail
- Zertifikatsübergabe beim Besuchsdienst für demenzkranke Menschen -

Am 22. April dieses Jahres trafen sich sechs Frauen und ein Mann, um sich zum ehrenamtlichen Helfer für den von Caritasverband Darmstadt e. V. und Vitos-Kliniken neu aufgebauten Besuchsdienst für Demenzkranke im Kreis Bergstraße weiterzubilden.
Nun nach erfolgreicher Teilnahme an sieben Schulungsabenden, in denen sie unter anderem die Themen Datenschutz, Betreuungsrecht und Ergotherapie behandelt, viele Fallbeispiele besprochen haben und mit Rollenspielen und praktischen Übungen auf die Rolle der künftigen Helfer vorbereitet wurden, halten sie glücklich ihr Zertifikat in den Händen.

Alle wollen nun ehrenamtlich eine Familie unterstützen, in der ein Angehöriger an Demenz erkrankt ist. Sie besuchen die Familie in der Regel einmal pro Woche. Was sie dort unternehmen und wie lange der Besuch dauert, ist von den individuellen Voraussetzungen und den Wünschen der Kranken und Angehörigen abhängig. ,,Die Chemie zwischen Demenzkranken, Ehrenamtlichen und Familie muss stimmen", betont Mandler-Pohen von der Seniorenberatungsstelle des Caritasverbands Darmstadt in Heppenheim, die zusammen mit Bianca Heß von der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle der Vitos-Klinik die Idee für dieses Pilotprojekt hatte. Projektgebiet ist zunächst Heppenheim, Lorsch und Einhausen.

Das Angebot kann von Gesprächen über Vorlesen, dem gemeinsamen Betrachten von Fotoalben, Kochen, Backen, Malen, Musik hören, Spaziergängen, Begleitung bei Einkäufen bis zum gemeinsamen Besuch von kulturellen Veranstaltung oder Gottesdiensten reichen.

Diese Zeit können die betreuenden Familienmitglieder einmal für sich nutzen.

„Ziele hierbei sind einmal dem Erkrankten Menschen einen neuen Kontakt und somit neue Eindrücke, ein neues Fenster zum Leben zu öffnen. Weiter erfahren die Angehörigen in der Pflegsituation eine Entlastung. Zum dritten gelingt auf diese Weise eine Reintegration in die Gesellschaft, in das Kommunale Leben“, so Alexandra Mandler-Pohen.
Unter dem Motto ,,(Mit)-teilen - gemeinsam statt einsam" soll mit den ehrenamtlichen Helfern speziell für Demenzkranke eine Lücke zwischen der Tagesbetreuung und der Hilfe in der Familie geschlossen werden.

Weil die Koordination des Projekts aufwendig ist, werden die Besuche für die Familien nicht kostenlos sein. Geplant sind zehn Euro pro Besuch. Das Geld kann jedoch über die Pflegeversicherung als zusätzliche Betreuungsleistungen nach Paragraf 45b des Sozialgesetzbuchs XI abgerechnet werden.

Für das Projekt werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Einzige Voraussetzung für die Ehrenamtlichen ist ein Interesse, mit anderen Menschen zu arbeiten und viel Einfühlungsvermögen für die Kranken. Gesucht werden Männer und Frauen ab 18 Jahren bis ins hohe Alter. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Dass sich dieses Ehrenamt auf alle Fälle lohnt, bringt Alexandra Mandler-Pohen bei der Zertifikatsübergabe wie folgt auf den Punkt:  „Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Ihnen sagen, dass Sie für viele Familien  durch ihren Einsatz ein Segen sein werden. Sie werden Freude und Leben in Familien bringen. Das kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Wir wünschen Ihnen viele positive Eindrücke und Erfahrungen. Und erinnern sie sich an die Aussage Dr. Monningers: „Ehrenamtliche leben länger!“

 

 
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